Beschluss vom 23. Mai 2006 Az. 2 W 9/06 - OVG des Saarlandes
Gericht:
OVG des Saarlandes
Datum:
23. Mai 2006
Aktenzeichen:
2 W 9/06
Typ:
Beschluss
Verfahrensgang:
Details
Info

In den Fällen des § 52 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 AufenthG entsteht mit dem Fortfall des für die Gewährung der Aufenthaltserlaubnis allein maßgebenden Aufenthaltszwecks der Schutzbedürftigkeit hinsichtlich politischer Verfolgung ein gewichtiges öffentliches Interesse am Widerruf eines nur im Hinblick darauf erteilten ausländerrechtlichen Aufenthaltstitels.

Beruhte die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis allein auf einem nicht bestandskräftigen Anerkennungsbescheid des Bundesamts für die Eltern eines in Deutschland geborenen Ausländers, der später durch Gerichtsurteil aufgehoben wurde, so dass die als Grundlage für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis herangezogene Verfolgungsgefahr und damit Asylberechtigung in Wahrheit weder bei dem Ausländer noch bei seinen Eltern jemals bestanden hat, so ist der Widerruf der Aufenthaltserlaubnis in ganz besonderer Weise geboten.

 
Text
 
Tenor

Die Beschwerde des Antragstellers gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts des Saarlandes vom 11. April 2006 – 10 F 9/06 – wird zurückgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens trägt der Antragsteller.

Der Streitwert für das Beschwerdeverfahren wird auf 2.500,- EUR festgesetzt.

 
Tatbestand
 
Gründe

I. Die Eltern des 1996 in A-Stadt geborenen Antragstellers, B und A S., gehören zur Volksgruppe der „Ägypter“ aus der serbischen Provinz Kosovo, reisten im Jahre 1992 mit den 1987 beziehungsweise 1991 geborenen Geschwistern P und L S. in die Bundesrepublik ...

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