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Ratgeber zum Thema Strafrecht
Der private Krieg am Gartenzaun - Nachbar gegen Nachbar
31.07.2013 | Strafrecht
"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt" - so sprach bereits Friedrich von Schiller, und insbesondere in Bezug auf aneinandergrenzende Gärten, scheint dies mehr als zutreffend zu sein. Denn wenn die Sommerzeit gekommen ist und damit auch die Zeit, wo Menschen angenehme Ruhe und Entspannung genießen könnten, bringt diese auch oft die Zeit des Streites mit sich und Anwälte, Richter und Gerichte sind mehr denn je gefordert.

Vom "Krieg der Gartenzwerge", Kinderlärm und in das Grundstück ragende Zweige bis hin zum barbusigen Anblick der geschätzten Nachbarin: der Stein des Anstoßes kann vielseitige Gesichter aufweisen. Jedoch ist nicht alles, was den Nachbarn stört, auch tatsächlich eine Sache für das Gericht. Daher wird in erster Instanz meist empfohlen, sich friedlich mit der Nachbarschaft zu einigen und ggf. auch dort Abstriche zu machen, wo es gesetzmäßig nicht notwendig ist. Interessante Tipps dazu können unterschiedliche Portale wie beispielsweise gartenforum.de geben.

Was ist erlaubt und was nicht? - Vorabinformationen vermeiden Ärger

Zwar erscheint es Menschen, die an etwas Anstoß nehmen grundsätzlich so, als müsse dieses Verhalten verboten werden, was jedoch nicht bedeutet, dass sie damit auch gesetzmäßig im Recht sind. So mag der Nachbar sich möglicherweise durch den Lärm spielender Kinder belästigt fühlen, eine wirkliche Handhabe hat er dagegen jedoch nicht. Eine Vielzahl unterschiedlicher Gerichtsurteile zeigt auf, dass der Lärm von spielenden Kindern als sozialadäquat hinzunehmen ist. Ein wenig Verständnis aufzubringen könnte daher Ärger, Probleme und Kosten vermeiden.

Auch die Freiheit, sich nackt im eigenen Garten zu sonnen, kann durch das Gefühl der Belästigung des Nachbarn nicht wirklich eingeschränkt werden. Klagen in Bezug auf das Nacktbaden wurden von den Gerichten bisher abgewiesen. Sexuelle Handlungen dagegen sind nicht erlaubt und können daher auch rechtliche Konsequenzen zur Folge haben, AG Bonn, Urteil v. 17.05.2006, 8 C 209/05. Nachbarn, die sich durch etwaige Nacktheit oder Handlungen belästigt fühlen, sollten allerdings keine Video- oder Fotoaufnahmen zur Beweissicherung machen. Denn dies wiederum stellt eine erhebliche Verletzung der Persönlichkeitsrechte dar und kann zu einer Klage auf Schmerzensgeld und Unterlassung führen.

Fehlverhalten sollte nicht durch eigenes Fehlverhalten geahndet werden

In sehr vielen Fällen beruht der Ärger des Nachbarn auf der Tatsache von in das eigene Grundstück hineinragenden Büschen und Ästen. Hier hat der Nachbar durchaus das Recht, den anderen Nachbarn schriftlich darauf hinzuweisen und um Behebung des Problems zu bitten. Der Nachbar, von dessen Grundstück aus das Ärgernis ausgeht, hat dem nachzukommen. Tut er dies nicht, so kann entsprechend ein Anwalt eingeschaltet werden und ebenso ist es möglich, nach mehrmaliger ergebnisloser Aufforderung ein Unternehmen zu beauftragen und dem Nachbarn die Leistung in Rechnung zu stellen oder ggf. auch diese Leistung selbst zu erbringen.

Was dagegen nicht erlaubt ist, ist selbst Hand anzulegen, ohne den Nachbarn vorab angemessen dazu aufgefordert zu haben, Äste und Büsche selbst zu beschneiden. Bäume und Sträucher, auch wenn sie über die Grundstücksgrenze hinausragen, bleiben Eigentum des Nachbarn. Es würde sich demnach dann um eine Sachbeschädigung handelt, die wiederum rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen würde. Eine Einigung mit dem Nachbarn ist allerdings in allen Fällen dem Gang zum Rechtsanwalt vorzuziehen.
Der private Krieg am Gartenzaun - Nachbar gegen Nachbar

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